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Gehalt 2. Bundesliga: Was Profis wirklich verdienen

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Gehalt 2. Bundesliga: was Zweitliga-Profis wirklich verdienen

Ein Bekannter von mir spielt seit vier Jahren in der zweiten Liga. Als er das erste Profi-Angebot auf dem Tisch hatte, rief er seinen Berater an und fragte: „Und davon kann ich leben?" Die Antwort war ein Bruttobetrag, den er vorher nur aus der Sportschau kannte. Der Nettobetrag, den er zwei Wochen später ausrechnete, brachte ihn dann ziemlich schnell auf den Boden zurück.

Genau darum geht es hier. Nicht um die Schlagzeilen über Rekordablösen, sondern um die Frage, die in Suchmasken am häufigsten getippt wird: Wie viel verdient man in der 2. Bundesliga tatsächlich? Die Antwort ist unangenehm unspektakulär: eine riesige Spanne, je nach Club, Kaderposition und Vertragshistorie.

Wichtige Erkenntnisse

  • Die Gehälter in der 2. Bundesliga streuen enorm: Aufsteiger mit kleinem Etat zahlen einem Nachwuchsspieler einen Bruchteil dessen, was ein Absteiger aus der 1. Liga einem gestandenen Profi überweist.
  • Das Grundgehalt ist nur ein Teil des Pakets. Punktprämien, Aufstiegsboni und Siegprämien machen bei manchen Spielern mehrere Tausend Euro pro Monat zusätzlich aus.
  • Trainer in der zweiten Liga verdienen deutlich weniger als ihre Spieler mit Topverträgen, aber mehr als das Gros des Kaders.
  • Die 3. Liga liegt netto oft bei der Hälfte oder einem Drittel dessen, was ein Zweitligaprofi einnimmt.
  • Der „teuerste" Spieler ist nicht der mit dem höchsten Gehalt, sondern der mit dem höchsten Marktwert — das sind zwei verschiedene Dinge, und genau hier entstehen die meisten Missverständnisse.

Wie viel verdient ein Spieler der 2. Bundesliga?

Wer eine pauschale Zahl erwartet, wird enttäuscht. Die zweite Liga ist keine homogene Gehaltsklasse, sondern ein Sammelbecken für drei sehr unterschiedliche Gruppen: Aufsteiger aus der 3. Liga, etablierte Zweitligaprofis und Absteiger aus der Bundesliga, die ihre Verträge aus besseren Zeiten mitgebracht haben.

Grob gesprochen liegt das Grundgehalt eines durchschnittlichen Zweitligaprofis im Bereich eines gut bezahlten Mittelständlers — also deutlich über dem deutschen Durchschnittseinkommen, aber weit entfernt von dem, was ein Champions-League-Spieler einstreicht. In der Spitze, bei Clubs, die gerade aus der ersten Liga abgestiegen sind, kann ein einzelner Spieler ein Vielfaches dessen verdienen, was ein Kollege beim Aufsteiger bekommt.

Die Spanne ist das eigentliche Thema

Ehrlich gesagt wäre jede Zahl, die ich Ihnen hier als „das" Zweitligagehalt verkaufe, eine Lüge. Der Unterschied zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Grundgehalt in dieser Liga ist größer als der Unterschied zwischen zweiter und dritter Liga in ihrer Gesamtheit. Ein Nachwuchstorwart, der gerade seinen ersten Profivertrag unterschrieben hat, und ein Nationalspieler auf dem Rückweg aus dem Ausland sitzen in derselben Liga an unterschiedlichen Enden einer Skala, die sich kaum in einer einzigen Zahl abbilden lässt.

Wer ist der Topverdiener in der 2. Liga?

Diese Frage stellen mir Leser am häufigsten, und sie ist die am schwersten zu beantwortende. Denn anders als in der ersten Liga, wo Gehälter zumindest kolportiert werden, ist die zweite Liga ein vergleichsweise diskretes Pflaster.

Wer ist der Topverdiener in der 2. Liga?

Was man sagen kann, ohne sich zu verheben: Die Topverdiener sitzen fast immer bei den Clubs, die gerade aus der Bundesliga abgestiegen sind. Der Grund ist strukturell, nicht sportlich. Ein Spieler, der in der ersten Liga einen Vertrag unterschrieben hat, behält diesen Vertrag auch nach dem Abstieg — es sei denn, es gibt eine Ausstiegsklausel oder eine automatische Gehaltsreduktion bei Abstieg, was in der Praxis häufig, aber nicht immer vereinbart wird.

Warum der Name so schwer zu nennen ist

Weil Verträge in Deutschland selten offengelegt werden. Ich habe vor ein paar Jahren versucht, für einen Blogbeitrag belastbare Zahlen zu einzelnen Spielern zu finden. Das Ergebnis nach zwei Wochen Recherche: eine Handvoll anonymer Angaben von Beratern, ein paar Aussagen „aus dem Umfeld" eines Clubs, und ansonsten viel Schweigen. Wer Ihnen konkrete Namen mit konkreten Beträgen nennt, arbeitet fast sicher mit Schätzungen oder mit Zahlen, die irgendwann einmal gestimmt haben.

Meine ehrliche Einschätzung: Der bestbezahlte Zweitligaspieler verdient heute in der Größenordnung dessen, was ein durchschnittlicher Erstligaspieler bei einem kleineren Verein bekommt. Das ist viel für die Liga — und wenig für die erste.

Wer ist der teuerste Spieler in der 2. Liga?

Hier muss man einen Unterschied machen, der in Diskussionen ständig durcheinandergeworfen wird: Gehalt und Marktwert sind nicht dasselbe.

Begriff Was er bedeutet Beispielhafte Größenordnung in der 2. Liga
Marktwert Geschätzter Ablösewert eines Spielers auf dem Transfermarkt Einige Spieler werden im zweistelligen Millionenbereich gehandelt
Gehalt (brutto) Was der Spieler pro Jahr vom Verein bekommt Von sechsstelligen Beträgen bis in den niedrigen siebenstelligen Bereich
Ablöse Was ein Verein für die Verpflichtung zahlt Bei Zweitligatransfers meist deutlich niedriger als in Liga eins

Der teuerste Spieler im Sinne von Marktwert ist also nicht automatisch der mit dem höchsten Gehalt. Ein junger Spieler mit riesigem Entwicklungspotenzial kann einen hohen Marktwert haben und trotzdem auf einem vergleichsweise günstigen Nachwuchsvertrag sitzen. Umgekehrt kann ein erfahrener Profi mit mäßigem Marktwert eines der höchsten Gehälter der Liga beziehen, weil sein Vertrag noch aus Erstligazeiten stammt.

Kurz gesagt: Fragen Sie lieber, was Sie meinen — Marktwert oder Gehalt. Die Antworten fallen völlig unterschiedlich aus.

Wie viel verdient ein Fußballer in der 3. Liga netto?

Netto wird es unangenehm. Denn in der dritten Liga verschwindet die Professionalität vielerorts bereits an der Oberfläche. Nicht jeder Verein in dieser Klasse ist ein Vollproficlub im selben Sinne wie ein Zweitligist.

Wie viel verdient ein Fußballer in der 3. Liga netto?

Das Grundgehalt in der 3. Liga liegt bei vielen Spielern auf einem Niveau, das man auch mit einem soliden Angestelltenberuf erreichen kann — nur ohne die Sicherheit eines langfristigen Arbeitsvertrags. Netto bleibt davon nach Steuern und Sozialabgaben ein Betrag übrig, bei dem manche Spieler zusätzlich arbeiten oder studieren, um über die Runden zu kommen.

Netto, brutto und die Falle dazwischen

Bei einem Bruttogehalt von, sagen wir, vier- bis fünfstelligen Monatsbeträgen schmelzen durch Steuern und Abgaben schnell mehrere hundert bis über tausend Euro pro Monat weg. Wer von einem Zweitligagehalt auf ein Drittligagehalt wechselt, verliert nicht nur beim Brutto — die Relation beim Netto fühlt sich für die Betroffenen oft noch drastischer an, weil die Fixkosten gleich bleiben.

Ich habe das bei einem Spieler mitbekommen, der nach einem Abstieg einen Vertrag in der dritten Liga annahm. Sein Kommentar: „Von außen sieht das nach derselben Sportart aus. Von innen ist es ein anderer Job."

Was verdienen Trainer in der 2. Bundesliga?

Trainer sind der zweite große Posten im Gehaltsgefüge. Die Spanne ist hier sogar noch extremer als bei den Spielern, weil sie weniger von der Kaderposition als von Namen, Erfahrung und Verhandlungsmacht abhängt.

Ein junger Trainer, der seinen ersten Chefposten im Profibereich antritt, verdient oft nur einen Bruchteil dessen, was ein erfahrener Name mit Erstligaerfahrung verlangen kann. Ein erfahrener Coach kann dagegen in die Größenordnung eines Topspielers vorstoßen. Anders als bei Spielern gibt es bei Trainern aber kaum Aufstiegsprämien im klassischen Sinne — dafür oft hohe Prämien für das Erreichen der Aufstiegsrelegation.

  • Nachwuchstrainer: eher niedriger sechsstelliger Jahresbetrag
  • Etablierter Zweitligatrainer: mittlerer bis hoher sechsstelliger Bereich
  • Top-Trainer mit Erstligaerfahrung: kann an die untere Grenze dessen reichen, was Erstligaspieler verdienen

Vergleich: 2. Bundesliga, erste Liga und dritte Liga

Die zweite Liga sitzt gehaltsmäßig genau zwischen zwei Welten, und das ist der Kern der Sache. Sie ist kein Zwischenschritt, sondern ein eigener Markt mit eigener Logik.

Vergleich: 2. Bundesliga, erste Liga und dritte Liga
Liga Typisches Gehaltsniveau Was den Unterschied macht
1. Bundesliga Sehr hohe Spanne, Spitzenverdiener im zweistelligen Millionenbereich pro Jahr TV-Gelder, internationale Vermarktung, Sponsorenbudgets
2. Bundesliga Große Spanne, aber deutlich niedriger als Liga eins TV-Gelder, Aufsteiger/Absteiger-Effekt, regionale Sponsoren
3. Liga Häufig auf Angestelltenniveau, teils darunter Weniger TV-Geld, dünnere Sponsorenlandschaft, teils nicht vollprofit

Was in dieser Tabelle nicht steht, aber wichtig ist: Die Sprünge zwischen den Ligen sind nicht linear. Zwischen erster und zweiter Liga liegt ein größerer finanzieller Abgrund als zwischen zweiter und dritter. Deshalb sprechen viele Verantwortliche bei einem Abstieg aus der Bundesliga von einer „finanziellen Vollbremsung", während der Schritt von Liga zwei zu drei für viele Vereine noch verkraftbar wirkt.

Was ist mit dem Mindestgehalt in der 2. Bundesliga?

Ein pauschales „Mindestgehalt" gibt es für Profifußballer in Deutschland nicht in dem Sinne, wie man es aus tarifgebundenen Branchen kennt. Es gibt aber faktisch eine Untergrenze, die sich aus den Mindestanforderungen der Vereine ergibt: Wer einen Lizenzspielervertrag unterschreibt, verdient in der zweiten Liga in der Regel so viel, dass eine Vollzeitbeschäftigung als Fußballer möglich ist. Der genaue Betrag hängt vom Club und der Kaderrolle ab und wird selten öffentlich gemacht.

Und die Gehälter in der 2. Bundesliga der Frauen?

Hier liegen Welten dazwischen. Die Frauen-Bundesliga ist gehaltsmäßig nicht mit der Männer-Bundesliga vergleichbar, und eine „2. Bundesliga der Frauen" ist noch weiter von den Summen entfernt, die im Männerprofibereich gezahlt werden. Viele Spielerinnen in der zweiten Liga verdienen so wenig, dass sie parallel einem anderen Beruf nachgehen oder studieren. Das ist kein Nebenaspekt, sondern für einen großen Teil der Spielerinnen die wirtschaftliche Realität.

Mein Fazit

Wenn Sie sich merken wollen, was beim Thema Gehalt in der 2. Bundesliga wirklich zählt, dann dies: Die Liga ist eine Gehaltslandschaft mit extremen Höhen und Tiefen, und jede pauschale Zahl, die Sie lesen, ist entweder ein Durchschnitt, der niemanden beschreibt, oder ein Spitzenwert, der nur für eine Handvoll Spieler gilt.

Wer ehrlich über Geld im Fußball sprechen will, sollte aufhören, in Durchschnitten zu denken. Der Unterschied zwischen einem Nachwuchsspieler beim Aufsteiger und einem Ex-Erstligaprofi beim Absteiger ist größer als der zwischen manchen Zweit- und Drittligisten. Das ist die eigentliche Erkenntnis.

Und beim nächsten Mal, wenn Sie ein Gehalt hören und kurz neidisch werden: Rechnen Sie es netto, ziehen Sie die kurze Karriere ab, und fragen Sie sich, wie viele Jahre Berufsleben nach dem letzten Vertrag noch übrig bleiben. Dann sieht die Sache oft anders aus — manchmal besser, manchmal schlechter, aber selten so, wie es auf den ersten Blick wirkt.

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Lukas Koch

Lukas Koch

Lukas Koch ist Journalist und berichtet seit über zehn Jahren für Print- und Onlinemedien. Seine Arbeit umfasst Analysen zu Finanzmärkten, Immobilienentwicklungen sowie Texte zu gesellschaftlichen…

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